Ein Loblied auf einen kontinentaleuropäischen Beitrag zum Städtebau: die Blockrandbebauung

Innenhof in Wrozlaw
Innenhof in Wrozlaw

Erwachend in der europäischen Kulturhauptstadt 2016, dem polnischen Wrozlaw, bin ich versucht, sofort ein Loblied auf die Blockrandbebauung zu singen – oder eben hier zu bloggen. Warum? Nun, ich habe traumhaft gut geschlafen. Und das verdanke ich eben dieser typisch zentraleuropäischen Tradition mehrgeschossige Gebäude längs von Strassen anzuordnen. Das Bemerkenswerte dabei ist nämlich, dass dadurch auf der Strassenabgewandten Seite große und vor allem: lärmarme Innenhöfe entstehen, die einen morgens so herrlich ausgeschlafen erwachen lassen wie mich eben heute – vorausgesetzt natürlich, der/ die PlanerIn war versiert genug Schlafräume eben dorthin auszurichten!

Selbst habe ich die ersten 18 Jahre meines Lebens an so einem Innenhof gewohnt (allerdings mit Schlafraum zu Straße – was in einer Kleinstadt an einer Nebenstraße glücklicherweise nicht übermäßig schlafstörende Wirkung zeitigte), – man mag mir also getrost eine gewisse Voreingenommenheit aufgrund frühkindlicher Prägung attestieren. Zahllose schlafbefreite Nächte in anderen Weltgegenden haben mich jedoch davon überzeugt, dass gegen omnipräsenten Verkehrslärm nichts so gut abschirmt wie geschlossene Bebauung. Legendär insbesondere der vergebliche Versuch im Garten eines trauten Einfamilienhauses in ach so ruhiger Lage in heimatlicher Suburbia Schlaf finden zu wollen: jeder einzelne, spätnächtliche Heimkehrer oder morgendlicher Frühaufsteher schallt da kilometerweit durch die offene Bebauung – begleitet vom gequälten Aufstöhnen des Schlaufbedürftigen.
Freilich kann auch ein einzelner Autostart in Innenhöfen reichlich laut erscheinen -insbesondere, wenn dieser knapp bemessen ist und die entstehenden Schallwellen keine weiten Wege wandern, ehe sie auf reflektierende Wände prallen. Der Innenhof meiner Kindheit war denn auch so groß, dass ich die BewohnerInnen der gegenüberliegenden Seite nie wirklich zu Gesicht bekam – was den einen abstoßende, großstädtische Anonymität, das ist anderen wohltuende Privatsphäre (die übrigens im ebenfalls schon erwähnten Suburbia durchaus nicht so idealtypisch gegeben ist, wie das Klischee vom Traumeigenheim uns immer glauben machen will.) Es gibt also auch bei Blockumrandenden Innenhöfen gelungenere und weniger gelungene Beispiele. Auch mögen die Meinungen darüber auseinander gehen, ob nun Parkplätze oder Spielplätze in Innenhöfe die größere Lärmbelästigung darstellen. Meinem wunderbaren Schlaf der vergangenen Nacht tut das jetzt aber erst mal keinerlei Abbruch.

Der 1. Kilometer ist geschafft: Feiern in Vorstadt Oost

Fact Finding Mission Gemeinwesenarbeit – Exkursionen mit indischen ProjektpartnerInnen in Lund, Schweden und Enschede, Niederlande

Im Rahmen unseres Kooperationsprojektes „Building Inclusive Urban Communities“ (BInuCom) waren wir zwischen 23. Mai und 3. Juni 2016 in Schweden und den Niederlanden unterwegs um lokale Initiativen, Stadtteilzentren, GemeinwesenarbeiterInnen und StadtplanerInnen zu Besuchen und vielerlei interessante Projekte und Entwicklungen kennen zu lernen.

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ruetteltischtests

„Nicht Erdbeben töten Menschen, sondern Häuser“ –

BInUCom – Workshop zu Disaster Risk Assesment and Management, Lund, 24. – 27.5.2016

Wer erinnert sich hierzulande heute noch an das verheerende Erdbeben, dass 2001 den nordindischen Bundesstaat Gujarat erschütterte? Eben: kaum jemand. Zu oft hat zwischenzeitlich anderswo die Erde gebebt, haben Wirbelstürme gewütet, sind Flüsse todbringend über die Ufer getreten und ganze Hänge unter Schlammlawinen kollabiert. Wer sollte da nicht den Überblick verlieren?

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Freiräume in NÖ nachhaltig nutzen! Workshop mit der NÖ Wohnbauforschung am 23.6.20163

Einladung

Gemeinden kämpfen mit schrumpfenden Budgets, gleichzeitig steigen die Herausforderungen für öffentliche Freiräume – in ökologischer ebenso wie in sozialer Hinsicht. Bei diesem Workshop werden Lösungsansätze präsentiert und bearbeitet zu:
● Klimawandelanpassung
● Soziale Begegnung im Wohnumfeld
● Effizientes Management
● Gesundheit und Wohlbefinden

Dies ist eine Veranstaltung, die sich aus unserer Diskussion über öffentliche Freiräume am Impulstag der Niederösterreichischen Wohnbauforschung im vergangenen Herbst entwickelt hat ( )

Donnerstag, 23. Juni 2016, 13:00 bis 16:00, anschließend gemütlicher Austausch
Großer SEM1 im Untergeschoss der NÖ Landesakademie, Neue Herrengasse 17, 3109 St. Pölten
mit:
LandschaftsarchitektInnen und -planerInnen, SoziologInnen, Mediatoren, Kulturtechnikern, Landschaftsbau

Anmeldung bitte bis 6.6.2016 an: migration@donau-uni.ac.at

Freiräume in NÖnachhaltig nutzen